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Aktien-Illustration

Mahnung aus Flawil. Für Gemeinden mit Staatsüberschuss und Ausgaben-Euphorie

Flawil ist kein Einzelfall - aber ein warnendes Beispiel. Wie viele andere Gemeinden in der Schweiz hatte Flawil in den vergangenen Jahren hohe Steuererträge, stabile Finanzen und wachsende Rücklagen. Was folgte, war typisch: Neue Projekte wurden initiiert, Strukturen ausgebaut, die Aufgaben ausgeweitet - ohne sich ernsthaft zu fragen, ob all das langfristig tragbar und grundsätzlich Aufgabe der öffentlichen Hand ist.

Heute, nur wenige Jahre später, stehen wir von einer unausweichlichen Realität: Die Reserven schrumpfen, die laufenden Ausgaben sind zu hoch, Investitionen übersteigen das vernünftige Mass - und anstatt sofort zu handeln, verschiebt man die Probleme. Ein ausgeglichener Haushalt wird erst für 2028 in Aussicht gestellt - und zur Deckung der Lücken hat der Gemeinderat bereits konkrete Steuererhöhungen für 2026 und 2027 angekündigt.

Dabei wäre der richtige Weg klar: Reserven dürfen nur so lange existieren, wie sie eine klar definierte liberale Ausgabenpolitik absichern. Wer Rücklagen hortet, um den Staatsapparat aufzublähen oder künftige Steuererhöhungen zu verzögern, missbraucht das Vertrauen der Steuerzahlenden. Die öffentliche Hand, der Staat, muss sich dauerhaft auf das Wesentliche beschränken. Alles andere ist temporär finanzierte Selbsttäuschung.

Das ist kein lokales Problem, sondern ein schweizweites Muster. Gemeinden, die vermeintlich stark dastehen, verlieren den Blick für das Wesentliche: für Bescheidenheit im Staat, für Priorisierung, für das Prinzip der Eigenverantwortung. Dabei ist ein Staatsüberschuss keine Einladung zum Geldausgeben. Er ist eine Verpflichtung zur Vorsicht.

Ich appelliere an Gemeinden im ganzen Land: Nutzt gute Jahre zur Konsolidierung. Legt Reserven an, aber baut keine Strukturen, die ihr künftig nicht mehr tragen könnt. Streicht freiwillige Ausgaben - spätestens dann, wenn die Kernaufgaben in Gefahr geraten. Und verwechselt Planung nicht mit Führung.

Flawil zeigt, wie es nicht laufen darf. Möge es ein Mahnmal sein. Für eine Schweiz, die Verantwortung wieder zur Richtschnur macht.

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Flawils Legislaturziele 2025 - 2028

Kurskorrektur dringend nötig

Kommentar von Daniel Wendel

Mit den Legislaturzielen 2025 - 2028 setzt sich der Gemeinderat Flawil ambitionierte Schwerpunkte. Doch in einer Zeit wachsender finanzieller Herausforderungen braucht es mehr als gute Absichten - es braucht Konsequenz, Führungswillen und ein klares Bekenntnis zur Ausgabendisziplin.

Statt einer offenen und mutigen Konsolidierungsstrategie findet man in den Zielen viele wohlklingende Projekte, aber keine konkreten Massnahmen zur strukturellen Entlastung des Haushalts. Die Reserve wird aufgebraucht, die Steuererhöhung steht im Raum. Das eigentliche Problem bleibt ungelöst: Die öffentliche Hand wächst weiter, während die finanziellen Spielräume schwinden.

Ein nachhaltiger Finanzhaushalt verlangt einen klaren Kurs. Wir müssen den Mut haben, Leistungen auf den Prüfstand zu stellen, neue Ausgaben zurückzustellen und den Fokus auf den staatlichen Kernauftrag zu legen. Das ist keine Kürzungspolitik, sondern gelebte Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Für mehr Eigenverantwortung und Freiheit.

Die Gemeinde steht an einem Wendepunkt. Jetzt gilt es, mit Augenmass und Konsequenz zu handeln. Für eine solide Zukunft braucht es Ehrlichkeit, Disziplin und Weitsicht - nicht nur subjektive eigennützige Visionen.

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